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Heidenspaß statt Höllenqual

Freitag, 19 April, 2019 - 19:00

Keine Stille am stillen Feiertag: Der Bund für Geistesfreiheit lädt erneut zu Kabarett, Live-Musik und Tanz ins Kulturzentrum E-Werk in Erlangen ein.

  • PROTEST
  • LESUNG
  • KONZERT
  • PARTY

Nach der erfolgreichen Premiere der „Heidenspaß"-Party vor einem Jahr folgt in diesem Jahr die zweite Auflage unserer säkularen Feier - natürlich wieder im Erlanger E-Werk und mit einem bunten Programm!
Nach der letztjährigen Ausgabe des „Heidenspaß statt Höllenqual“ Events waren sich das E-Werk und der Bund für Geistesfreiheit einig: Das hat Wiederholungsbedarf! Denn wir lassen und das Tanzen am stillen Feiertag nicht verbieten. Dieses Jahr haben der Bund für Geistesfreiheit und das E-Werk wieder ein buntes Lineup gebastelt.

Das Programm startet acu in diesem Jahr mit einer (ketzerisch-kabarettistischen) Lesung, diesmal mit
Piero Masztalerz Cartoons (siehe auch hier)
in der Kellerbühne des E-Werks:

Gleich im Anschluss bringen wir in der Clubbühne des E-Werks drei Konzerte mit

  • Hildegard von Binge Drinking,


    Häresie ist eine Strategie. Also zumindest für Hildegard von Binge Drinking. Über 150 Konzerte hat das Nonnen-Duo aus Würzburg seit 2013 gespielt, darunter Shows in Eisenbahnwaggons, auf einem Schiff, auf Festivals von der Fusion über einen Christopher Street Day bis zur Ruhrtriennale - und natürlich in Clubs all over Deutschland. Nach einem - inzwischen ausverkauften - Album und zwei EPs kommt nun die neue Platte auf dem Frankfurter Label Ichi Ichi: "Infinity". Keine gewöhnliche LP, sondern eine, bei der alle acht Songs in Endlosrillen enden. Eher eine IP - infinite play.
    Entstanden ist das alles im April 2017: Das Duo hatte sich, ausgestattet mit einem Stipendium des Frankfurt LAB, für einen Monat im Gallusviertel in einen Proberaum eingeschlossen, um bei Null anzufangen und acht endlose Titel zu schreiben, zu proben und aufzunehmen. Um eine vier Wochen lange Geschichte mit geplatztem Gymnastikball, genervtem Kindergärtner und gepflegtem Zeitdruck auf vier Worte zu kürzen: Es hat hervorragend geklappt.
    Das Ergebnis ist, dank der Endlosrillen, natürlich eine Gimmick-Platte - aber eben eine gut hörbare Gimmick-Platte. Abseitiger Pop, Leftfield Electronics, Zombiprog - man kann es nennen wie man will, die Hildegard-Ingredienzen sind jedenfalls alle da: Vocoder, (elektronische) Chöre, Synthesizer, ein bisschen Krautrock - und das treibende Schlagzeug, das alles zusammenhält. Live noch immer eine Offenbarung.
    Aufgenommen von Lolo Blümler (Diavolo Rosso, Acheborn et al.), gestaltet von Samantha Muljat (Earth, Goatsnake et al.). Nicht nur außergewöhnlich, sondern auch außergewöhnlich schön. Für die Kenner: Inside-Out-Cover, bedruckte Innenhülle, orange Vinyl mit schwarzen Schlieren. Looking good. Also genug Geld zu den Konzerten mitbringen, Danke. 

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  • Skatholiken 


    Würzburg verpflichtet – so kommt es, dass eine Skapunk-Band voller Heiden sich nach der örtlich vorherrschenden Konfession benennt. Mit Bläsern, Tanzmusik und ein bisschen Punkrock verbreiten die Skatholiken gute Laune!
    Die muntere Kapelle wurde bereits 2010 ursprünglich in Paderborn gegründet. Lange musste mit der Besetzung und der Wahlheimat experimentiert werden bis sich die heutige Gruppe in Würzburg aus Nick (Gesang, Gitarre), Markus (Bass), Hendrik (Orgel), Aline (Schlagzeug), Benedikt, Flo, Marco und Dominik (Trompeten), Fifi (Saxophon) sowie Nico (Posaune) formierte.
    Der erste Gig war auch gleich einer der erfolgreichsten, so wurden die Skatholiken vom Publikum zu den Siegern des „Best of Paderborn“-Bandcontests gewählt. Seitdem befinden sich die acht Musiker im missionarischen Auftrag um den Skatholizismus zu verbreiten. Dabei führte sie ihr Weg mittlerweile von Ost-Westfalen nach Unter-Franken, wo sie hauptsächlich im Raum Würzburg, zum Beispiel auf dem StraMu Festival 2016 gute Laune verbreiteten. Aber auch ungewöhnliche Konzerte auf Kunstausstellungen, Geburtstagsparties oder Firmen-Weihnachtsfeiern sind ihnen nicht fremd.
    Ihre Lieder handeln von UnterFranconication, Liebe, Parties und älter werden in einer Skaband. Die Musik der Skatholiken lässt sich am besten mit Bands wie Reel Big Fish, Farin Urlaub Racing Team oder Madness vergleichen, aber am besten kommt man zu einem ihrer Konzerte und bildet sich selbst eine Meinung. Skamen!

  • Hobbygärtner

    „Lauter - Schneller - Härter“ - Hobbygärtner!
    Getreu diesem Motto beschallen die 4 Spaßpunks der Hobbygärtner, gemeinsam mit ihrem 1€-Jobler UDE, seit mittlerweile über 10 Jahren die Bühnen dieses Landes.
    Mit Spaten und Gitarre bewaffnet, besingen die Jungs aus Aisch, Aisch, Zeckern die Themen, die die Welt wirklich bewegen: Von Superschurken über Bravopunks bis hin zur nahenden Apokalypse werden alle Sachbereiche behandelt, die die Generation Y interessiert – oder auch nicht.
    Im März 2018 erschien ihre neue Platte „Apokalypse to go“. Mit ihrer 2. Studioveröffentlichung präsentieren die Hobbygärtner nun erneut den ganzen Wahnsinn ihres Schaffens.
    Hobbygärtner stehen für tanzbaren, eloquenten aber auch irgendwie aphrodisierenden Punkrock, der in absolut jede Schublade passt.
    Deutsche Texte gebündelt mit einer einzigartigen, energiegeladenen Live Show machen jedes Hobbygärtner-Konzert zu einem einmaligen Erlebnis, das wohl auch dem härtesten Punkrocker ein Lächeln ins Gesicht zaubert. So und jetzt erstmal eloquent Googlen ...

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Mit der Aftershowparty - ebenfalls in der Clubbühne - runden wir das Programm ab.

Zum Hintergrund:
Im Jahre 2017 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der „Münchener Heidenspaß-Party“ und die entsprechenden Bestimmungen des Bayerischen Feiertagsgesetzes für nichtig. In seinem Urteil stellte das Gericht fest, dass am „stillen“ Karfreitag sehr wohl getanzt werden darf – unter der Bedingung, dass der Tanz Ausdruck einer klaren weltanschaulichen Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist.

Warum sollte ein humanistischer Freigeist als Ausdruck seiner religionsfreien Weltanschauung am Karfreitag nicht tanzen dürfen? Was genau soll einen Gottesdienstbesucher stören, wenn in Erlangen eine Party in einem geschlossenen Raum stattfindet?“ Auf Antrag des Bund für Geistesfreiheit genehmigte die Stadt Erlangen bereits im letzten Jahr das Karfreitagsevent im E-Werk. Die Auflagen wurden eingehalten und es kam während der Veranstaltung zu keinerlei Problemen. Während die Freigeister im E-Werk tanzten und sich am Informationstisch mit dem bfg austauschten, konnten die Gläubigen gänzlich ungestört ihrem Glauben nachgehen. Somit konnten alle Menschen den Feiertag im Rahmen ihrer Gesinnung zelebrieren. Nach Meinung des Bundes für Geistesfreiheit, darf es eine Privilegierung einzelner Religionsgemeinschaften im Sinne einer Freiheitseinschränkung der anders -denkenden bzw. -gläubigen Restbevölkerung nicht geben. Der Gesetzgeber sollte das Feiertagsgesetz endlich ändern, denn der ausnahmslose Schutz des Karfreitags in Bayern verstößt gegen das Grundgesetz. Vor diesem Hintergrund laden wir nun alljährlich am Karfreitag mit einem bunten Lineup dazu ein, sich zu informieren, das Tanzbein zu schwingen und einen Heidenspaß zu haben.

Karten im Vorverkauf: 11,50 EUR / Abendkasse: 13 EUR